(4) Methodische Vorbereitung der Berechnung und Erfassung der Daten


Die in den vorangegangenen Arbeitsschritten ausgewählten Indikatoren für ein nationales Tierwohl-Monitoring werden sich voraussichtlich auf verschiedene Datenquellen stützen.

  • Beispielsweise liegen einige der Tierwohlindikatoren bereits auf nationaler Ebene vor und werden schon heute regelmäßig mit vergleichbarer (einheitlicher) Methodik erfasst. Gegebenenfalls müssen für diese jedoch geeignete Auswertungsroutinen entwickelt werden, um z. B. bestimmte Angaben zu ermitteln (z. B. HI-Tier-Daten, Antibiotika-Datenbank).
  • Zum Teil liegen einheitliche Daten bereits auf nationaler Ebene vor, werden aber bislang nicht für den Zweck eines Monitorings genutzt und sind ggf. auch in privater Hand (HI-Tier-Daten, Daten der Milchleistungsprüfung).
  • Einige Daten, bspw. aus Schlachttieruntersuchungen werden zwar deutschlandweit erfasst, jedoch nicht in jedem Fall einheitlich.
  • Zudem gibt es eine Reihe an Tierwohlindikatoren, die bislang nicht regelmäßig bundesweit bzw. in repräsentativen Erhebungen erhoben werden (z. B. Lahmheit bei Milchkühen, Daten für die Aquakultur in Deutschland).

Für diese Sachverhalte werden Lösungsansätze entwickelt, die zur Bereitstellung einer für ein Tierwohl-Monitoring nutzbaren Datenbasis führen sollen. Dabei kann es sich bspw. um Vorschläge handeln, die einen Zugang bzw. eine Verwendung von Daten für die Zwecke eines Monitorings regeln oder die Erhebungen von relevanten Daten auf Betrieben und Schlachthöfen vereinheitlichen.

Die methodischen Vorarbeiten zur Erfassung von Indikatoren, für die bislang keine Datenbasis zur Verfügung steht, ist ein weiterer Schwerpunkt dieses Arbeitsschritts. Dabei spielt die Kalkulation der benötigten Stichprobenumfänge auf Basis der Varianzen der Indikatorenausprägungen (soweit möglich können hier Angaben aus der Literatur verwendet werden) eine wichtige Rolle. Zudem werden die Kosten für die Erfassung und Aufbereitung der bislang nicht verfügbaren Daten abgeschätzt.

Die „Lösungsansätze“ für existierende Daten sowie die Erhebungsmethoden für noch zu erfassende Indikatoren werden für jede Nutztierart in den Bereichen Haltung, Transport und Schlachtung und für die Aquakultur in einem eigenen Methodenhandbuch zusammengefasst. Dabei wird auch darauf eingegangen, durch wen die Erhebungen ggf. durchgeführt werden könnten (geschulte Auditor*innen, amtliche Veterinäre, Berater*innen der Landwirtschaftskammern, Statistisches Bundesamt etc.). Dieser Arbeitsschritt erfolgt ebenfalls für die Indikatoren aus dem sozioökonomischen Bereich.

Ziel des Arbeitspakets 4:

  • Erstellung von “Methodenhandbüchern“ mit Erhebungsmethoden (einschließlich Einschätzungen zur Frequenz der Erhebung und zum technischen, materiellen und zeitlichen Aufwand), Hinweisen zur Indikatorenberechnung, Empfehlungen zum Datenzugang, Stichprobenumfängen und Kostenkalkulationen